Zusammenfassung
Die aktuelle Situation auf dem Wohnungsmarkt gibt weiterhin zu Besorgnis Anlass. Die vorübergehende Entspannung 2024 war ein Strohfeuer, denn der Preis dafür waren deutliche Mietpreissteigerungen, sowie auch ein Anstieg der Nutzungskosten beim Wohneigentum. Diese Reduktion der Nachfrage durch höhere Preise geht primär zu Lasten der Personen und Haushalte, die ihre Wohnsituation verändern möchten. Die Versorgung aller Haushalte insgesamt ist zwar weiterhin intakt, allerdings sind die Wohnkostenbelastungen seit 2018 sowohl bei Miete als auch bei Kauf angestiegen und für tiefere Einkommen ist die Situation durchaus anspruchsvoll. Zumindest ist aufgrund der erneut rückläufigen Zinsen im Bestand für 2026 nur mit einem geringen Anstieg der Wohnkosten zu rechnen.
Die Situation wird sich nicht schnell ändern. 2026 ist ein sehr tiefes Bestandeswachstum zu erwarten, das auch dadurch beeinträchtigt wird, dass im urbanen Raum der Neubau häufig ein Ersatzneubau ohne grosse Mengenwirkung ist. Die ansteigenden Baubewilligungen und -gesuche lassen aber zumindest ab 2027 wieder stärkere Zuwachsraten erwarten. Dies soll nicht darüber hinwegtäuschen, dass mittelfristig bei anhaltendem Haushaltswachstum grosser Handlungsbedarf besteht, da die Mengenausdehnung der Wohnungs-zahl zunehmend im überbauten Raum stattfinden muss. Damit ist auch nicht davon auszugehen, dass die Knappheit wie diejenige von 2014 - 2016 rasch überwunden wird, es sei denn das Bevölkerungswachstum sei in den kommenden Jahren deutlich rückläufig. Wenn die Wohnversorgung insgesamt noch befriedigend ist, so ist das der vergangenen Entwicklung der Wohnungspreise und der damit einhergehenden Senkung der Nutzungskosten von Wohneigentum sowie dem durch die Zinsentwicklung bedingten, gebremsten Mietpreiswachstum im Bestand zu verdanken. Die Wohnversorgung der Schweizer Haushalte zehrt im Moment von der ausserordentlichen Entwicklung der 2010er Jahre.